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Neugeborenes waschen: So pflegst du die zarte Babyhaut deines Kindes

Text: Sünje Nicolaysen Foto: Pexels from Andreas Resch

Neugeborenes waschen: So pflegst du die zarte Babyhaut deines Kindes

Babyhaut ist in der ersten Zeit nach der Geburt besonders empfindlich. Möchtest du dein Neugeborenes waschen, gilt daher die wichtigste Babypflege-Regel: Weniger ist mehr. Wir erklären dir gemeinsam mit DRK-Elterncampus-Kursleiterin und Kinderkrankenpflegerin Carolin Gebert, worauf du achten musst, damit es deinem Baby bei der Hautpflege an nichts fehlt und damit sich die natürliche Hautbarriere aufbauen kann.   

Direkt nach der Geburt werden Neugeborene nicht gewaschen, um die natürliche Käseschmiere zu erhalten, die wie eine pflegende, nährende Creme die Babyhaut schützt und pflegt. Auch der kleine Nabelrest muss unbedingt trocken bleiben, damit er sich nicht entzündet und gut verheilen kann. In der Regel ist der Nabel spätestens zehn Tage nach der Geburt vollständig abgeheilt. Es kann aber auch mal zwei Wochen dauern. Gebadet werden darf also erst, wenn der Nabelschnurrest vertrocknet und abgefallen ist. Bis dahin kannst du dein Neugeborenes vorsichtig mit einem Waschlappen waschen. 

Neugeborenes bei jedem Wickeln säubern  

Kleine Babys schwitzen nicht und sind auch nicht wirklich schmutzig – außer im Windelbereich. Es ist wichtig, dass du den Windelbereich deines Babys bei jedem Wickeln mit etwas warmem Wasser säuberst, denn auch der Harnstoff im Urin kann die empfindliche Haut reizen. Apropos reizen: Feuchttücher sind zwar enorm praktisch, enthalten jedoch Inhaltsstoffe, die den natürlichen Säureschutzmantel der Babyhaut angreifen und Allergien auslösen können. Besser ist es, eine kleine Schale mit lauwarmem Wasser direkt neben den Wickeltisch zu stellen. Ist dein Kind ein Mädchen, achte darauf, dass du den Genitalbereich von vorn nach hinten säuberst, damit du keine Keime in die Scheide wischst. Bei einem Jungen ist es wichtig, dass die Vorhaut des Penis noch nicht zurückgezogen wird. Nach dem Säubern mit Wasser musst du die Haut des Babys sorgfältig abtrocknen. “Achte unbedingt darauf, dass alle Hautfalten schön sauber und trocken sind, damit keine Hautirritationen entstehen", betont Carolin Gebert. 

Neugeborenes waschen: Einmal am Tag Babypflege 

Bis der Nabel vollständig verheilt ist, reicht es aus, das Baby einmal täglich mit einem lauwarmen Waschlappen vorsichtig zu waschen. Für die kleine Waschroutine stellst du einfach etwas lauwarmes Wasser in einer Schüssel bereit und nimmst einen weichen Waschlappen zur Hand. Seife brauchst du nicht.  

Wasche deinem Baby vorsichtig das Gesicht. Beginne mit den Augen. Da die Tränendrüsen und Tränenkanäle deines Kindes noch nicht voll entwickelt sind, hat es am Morgen oder nach einem längeren Nickerchen häufig verklebte Augen. Nimm den Waschlappen, tauche ihn in etwas Wasser und säubere die Augen damit vorsichtig von außen nach innen. Wasche dann den Kopf des Babys mit dem Waschlappen. Säubere gründlich die Hautfalten im Nacken und vorne unter dem Kinn sowie die Stellen hinter den Ohren, dort kann sich leicht Milch, Speichel oder Schmutz ansammeln. Zum Waschen der Haare reicht es aus, wenn du mit dem feuchten Waschlappen über den Flaum wischst. Ein Babyshampoo ist überflüssig. “Weniger ist generell mehr bei der Anwendung von Pflegeprodukten für dein Baby”, rät unsere Kursleiterin.  

Wasche anschließend die Arme und Armhöhlen, den Bauch und Rücken sowie die Beine und Füße. Achte darauf, dass du die kleinen Speckfalten säuberst. Zuletzt wäschst du den Intimbereich und Po deines Babys vorsichtig mit dem Waschlappen. Nach dem Baden ist es wichtig, dass du dein Baby sorgfältig abtrocknest. Am besten wickelst du es in ein großes Handtuch und trocknest es mit einer Ecke oder Hälfte des Handtuchs ab. Statt die Haut trocken zu rubbeln, tupfst du sie vorsichtig ab. Achte dabei auf jede einzelne Speck- und Hautfalte. Die Babyhaut muss vollständig trocken sein, um Hautekzemen vorzubeugen und einen wunden Po (Windeldermatitis) nicht zu verschlimmern. 

Badetag: Baby baden statt waschen 

Die meisten Babys lieben ein wohlig warmes Bad in der Babywanne, manche Säuglinge aber fühlen sich unwohl und quengeln. Umso wichtiger ist es, dass dein Baby zufrieden und satt ist, wenn du es badest. Fühlt sich dein Kind dennoch im Wasser nicht wohl, wartest du ein paar Tage ab und versuchst es noch einmal. Tatsächlich kann die Badelaune deines Babys auch reine Tagesform sein. Damit die zarte Babyhaut nicht unnötig austrocknet, solltest du dein Kind nicht öfter als einmal pro Woche für maximal 5 bis 10 Minuten baden.  

Vorbereitung für das Bad 

Es ist wichtig, dass du alles gut vorbereitest und griffbereit stellst. Denn sobald dein Baby im Badewasser liegt, braucht es dich. Du musst es dann festhalten und ihm ein sicheres Gefühl geben. Was du für das Baderitual bereitlegen beziehungsweise -stellen solltest: 

  • die Babywanne oder den Badeeimer 

  • eventuell einen Waschlappen 

  • ein Thermometer 

  • ein großes, weiches Handtuch, am besten vorgewärmt auf der Heizung 

  • bei besonders trockener Haut: Babyöl, Oliven- oder Mandelöl als Badezusatz 

Wie messe ich die Temperatur für das Badewasser? 

Damit dein Baby das Badewasser als angenehm empfindet und sich wohl fühlt, sollte das Wasser ungefähr 37° C warm sein, also Körpertemperatur. Am besten verwendest du ein Thermometer, um die Temperatur zu kontrollieren. Was du auch machen kannst, wenn du keins zur Hand hast: Tauche deinen Ellenbogen in das Wasser. Spürst du keinen Unterschied, sobald du den Ellenbogen eintauchst, dann ist das Wasser richtig temperiert. Wenn dein Kind sehr trockene Haut hat, kannst du ein, zwei Teelöffel Öl zum Badewasser hinzugeben. Halte dein Neugeborenes dann unbedingt gut fest, denn durch das Öl ist die Babyhaut glitschig. 

Praktische Tipps: So badest du dein Baby 

Ist alles griffbereit, der Raum ist angenehm warm, das Wasser ist etwa 6 bis 8 Zentimeter tief und hat die richtige Temperatur? Steht die Babywanne kippsicher oder auf dem Fußboden? Dann kannst du dein Baby vorsichtig ausziehen. Reinige den Intimbereich und Po deines Neugeborenen vor dem Bad mit klarem Wasser und einem Waschlappen. Halte dann dein Kind mit einem Arm und umfasse mit der gleichen Hand den Oberarm des Kindes. Mit diesem sanften Griff stützt du den Kopf und Nacken beim Baden mit deinem Arm. Tauche dein Neugeborenes nun vorsichtig in das Badewasser, sodass es auf dem Wannenboden aufliegt und der Kopf über der Wasseroberfläche ist. 

Wenn du merkst, dass es sich wohl fühlt und das Baden sogar genießt, dann kannst du mit dem Waschlappen oder mit deiner Hand vorsichtig Gesicht und Körper reinigen. Achte auch beim Baden auf die richtige Reihenfolge: Beginne mit den Augen und dem Gesicht und arbeite dich dann vorsichtig über die Arme und den Bauch zu den Beinen und schließlich dem Windelbereich vor. Säubere jede kleine Speckfalte gründlich. Anschließend wickelst du dein Baby in ein großes weiches Handtuch. Hast du rückfettendes Öl in das Badewasser gegeben, brauchst du dein Kind nicht einzucremen. „Ich empfehle Eltern in meinen Kursen, die Zeit der Babypflege jedes Mal als Bindungszeit zu genießen. Mit viel Hautkontakt, sanftem Streicheln und einer kleinen Massage haben dein Baby und du ganz viel Nähe und Zeit für euch“, erzählt Carolin Gebert. Mit einer sanften Babymassage kannst du je nach Massagebewegung auch die Verdauung deines Neugeborenen ankurbeln oder es dabei unterstützen, sich nach dem wohltuenden Bad noch mehr zu entspannen. 

Möchtest du noch mehr über die richtige Pflege deines Neugeborenen erfahren? Buche einen unserer Kurse rund um die Babypflege. Jetzt einfach anmelden!  

 

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