Mehr als ein Drittel der Eltern fühlt sich im Notfall unsicher – Warum Erste-Hilfe-Wissen für Familien so wichtig ist
Text: DRK Elterncampus Foto: Shvetsa on Pexels
Was tun, wenn das eigene Kind plötzlich keine Luft bekommt, stürzt oder sich verschluckt? Für viele Eltern ist das eine absolute Horrorsituation. Und doch zeigt eine aktuelle Umfrage von Doctolib: Über ein Drittel der Eltern in Deutschland fühlt sich in medizinischen Notfällen unsicher. Besonders besorgniserregend ist, dass 34 % der Mütter und Väter angeben, nicht genau zu wissen, wie sie im Ernstfall handeln sollen.
Die Sorge ist real – aber vermeidbar
Insbesondere Eltern von Babys und Kleinkindern stehen häufig vor der Herausforderung, im Notfall schnell die richtigen Entscheidungen treffen zu müssen. Gerade in den ersten Lebensjahren können Sekunden über Gesundheit und Wohl entscheiden. Doch Unsicherheit führt häufig zu Panik – und im schlimmsten Fall zu falschen Maßnahmen. Denn wenn das eigene Kind betroffen ist, setzt bei vielen der Verstand aus.
Die Umfrage von Doctolib zeigt zudem, dass fast die Hälfte der Befragten keine Erste-Hilfe-Kenntnisse speziell für Kinder hat. Und das, obwohl rund 80 % der Unfälle mit Kindern im häuslichen Umfeld passieren.
Alltagsfallen erkennen – Unfälle vermeiden
Wie schnell kann es passieren: Ein heißer Tee auf dem Tisch, eine Schublade mit scharfen Gegenständen, eine herunterhängende Tischdecke. Viele Unfälle wären vermeidbar – wenn Eltern potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig erkennen und gezielt entschärfen.
Einige der häufigsten Unfallursachen bei Kleinkindern:
Herunterziehen heißer Flüssigkeiten
Stolperfallen durch ungesicherte Möbel
Zugang zu giftigen Substanzen (z. B. Reinigungsmittel)
Präventive Maßnahmen wie Herdschutzgitter, rutschfeste Teppiche oder kindersichere Fenstergriffe tragen bereits wesentlich dazu bei, das Zuhause kindersicher zu gestalten.
Wissen gibt Sicherheit – Onlinekurse als Lösung für junge Familien
Die gute Nachricht: Es war noch nie so einfach, Erste-Hilfe-Wissen zu erlangen oder gezielt aufzufrischen. Moderne Onlinekurse bieten Familien die Möglichkeit, von zu Hause aus praxisnah zu lernen, worauf es im Notfall ankommt.
Dabei geht es nicht nur um klassische Wiederbelebungsmaßnahmen, sondern auch um Themen wie Fieberkrämpfe, Vergiftungen oder das richtige Verhalten bei Atemnot. Viele Eltern wissen nicht, dass bei einem Atemstillstand jede Sekunde zählt – oder dass bei Verschlucken bestimmte Griffe helfen können, die Atemwege schnell wieder freizubekommen. Dieses Wissen rettet Leben.
Bettina ist seit vielen Jahren als Rettungssanitäterin tätig und gibt auf dem DRK Elterncampus Online-Kurse zur Ersten Hilfe am Kind. Sie setzt sich dafür ein, dass mehr Leute fähig sind, Erste Hilfe zu leisten und bestätigt: „Schwangere, junge Eltern und Großeltern brauchen Sicherheit, damit sie in einer Notfallsituation entsprechend reagieren können.“ Ein besonderer Moment für sie: „Im Oktober habe ich einen Brief einer Mutter bekommen, die bei mir im letzten Jahr einen Onlinekurs Erste Hilfe am Kind belegt hat. Bei ihrer sechzehn Monate alten Tochter hatte sich ein Apfelstück in der Luftröhre verkeilt und sie drohte zu ersticken. Dank des erlernten Griffs mit Klopftechnik konnte sie das Leben ihrer Tochter retten. Das sind die Momente, die zeigen, warum wir uns einsetzen.“
Fazit
Die größte Angst vieler Eltern ist, im Notfall nicht richtig zu handeln. Doch mit dem richtigen Wissen und einem wachsamen Blick lassen sich viele Risiken vermeiden – und andere souverän bewältigen. Wer Alltagsfallen kennt, ist auf den Notfall vorbereitet. Und wer Erste Hilfe beherrscht, schenkt seinem Kind Sicherheit – und sich selbst Ruhe.
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