Babys Hausapotheke: Bewährte Hilfe bei Unpässlichkeiten
Text: Marina Schröder-Heidtmann Foto: nappy from Pexels
Bauchschmerzen am Samstag oder ein volles Näschen Dienstagnacht: Nicht immer ist ärztliche Hilfe sofort zur Stelle oder notwendig. Und dennoch wollen wir unseren kleinen Lieblingen helfen können. Welche Mittel lohnt es sich also zuhause zu haben? Ein kleiner Einblick.
Besondere Vorsicht im ersten halben Jahr
Nicht immer müssen es gleich Medikamente sein, gerade bei kleinen Leiden wie wundem Po oder Bauchweh. Eine Reihe von Hausmitteln haben sich auch bei den Kleinsten bewährt. Trotzdem bleiben bei Babys Gesundheit Achtsamkeit und Vorsicht oberste Devise: „Besonders in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten sollten Eltern im Zweifel immer die Hebamme oder einen Kinderarzt hinzuziehen, bevor sie zu lang allein versuchen, Beschwerden zu lindern“, betont die Hebamme Lydia Latta. Zum Nachschlagen bei Kinderkrankheiten empfiehlt die Expertin jungen Eltern das Buch „Gesundheit für Kinder“ von Mediziner Dr.Herbert Renz-Polster, das auch Naturheilverfahren und Selbsthilfe thematisiert – inzwischen ein Standardwerk.
(Haus)Mittel auch für die Kleinsten
Kleine Leiden wie Erkältungen, wunder Po und Bauchweh treten bei Säuglingen immer wieder auf. Sie lassen sich – sofern sie nicht extrem ausgeprägt sind – mit einfachen Mitteln lindern. Folgende Dinge sind eine sinnvolle Ausstattung in der Hausapotheke:
Fieberthermometer: Es ist kein Heilmittel, gehört aber in jeden Haushalt. Nicht umsonst -führen wir das Fieberthermometer auch in der Babyerstausstattung auf.
Nasensauger: Babys können noch nicht bewusst schnauben, ihre Nase jedoch kann schon mal verstopft sein, was ihr Wohlbefinden stark beeinträchtigen kann. Abhilfe bringt ein Nasensauger, den es mit manueller Saugvorrichtung gibt, aber auch zum Aufsetzen auf den Staubsauger (die Saugkraft wird dabei reguliert). Die Anwendung ist schnell, schmerzfrei und kommt ohne Medikamente aus. Neben der Verbesserung der Atmung trägt der Nasensauger dazu bei, Folgeerkrankungen vorzubeugen.
Kochsalzlösung: „Die natürliche Lösung hilft, verstopfte Nasen etwas besser absaugen zu können und hartnäckige Popel zu entfernen“, sagt Hebamme Lydia Latta. Mit einer Prise Salz auf einen Liter kochendes Wasser lässt sie sich selbst herstellen (ihr wisst, hier ist Hygiene wichtig!). Natürlich könnt ihr Kochsalzlösung auch in der Apotheke kaufen.
Mandelöl: „Reines Mandelöl ist ein echtes Allround-Talent“, verrät Baby- Expertin Lydia Latta. „Es eignet sich zur Massage, zur Reinigung oder auch als Pflege für trockene Hautstellen. Gemischt mit Kümmelöl kann es bei Blähungen helfen, wenn man damit den Bauch des Babys leicht im Uhrzeigersinn massiert.“
Heilwolle: Die naturbelassene Schafwolle mit Restfettgehalt ist eine natürliche Alternative zur Wundcreme. Das enthaltene Wollwachs, Lanolin, pflegt empfindliche, trockene und rissige Haut. Bei wundem Po in die Windel gelegt sorgt sie auch für eine gewisse Luftzirkulation.
Schwarzer Tee: Findet man eher im Küchenschrank als in der Hausapotheke, ist aber dennoch wirksam: Abgekühlt und aufgetupft eignet sich schwarzer Tee zur Behandlung von stark wundem Po. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung.
Wunddesinfektion: „Bei den ganz Kleinen braucht man das weniger, später jedoch empfiehlt es sich, eine kleine Flasche Wundspray als allgemeine Wunddesinfektion im Haus zu haben“, greift Lydia Latta etwas vor.
Heilwolle, Zahnungsgel und Co.: Elternerfahrungen
„Produkte für die Babypflege finde ich neben der Babygrundausstattung sehr wichtig, zum Beispiel Creme für den wunden Po. Alternativ hilft Heilwolle aus der Apotheke sehr gut und für schlimme Fälle sollte man Schwarztee zuhause haben“, sagt Annett Fengler. Auch der dreifache Vater Matthias Schlender sagt: „Wundcreme, Zahnungsgel und Heilwolle, das ist schon gutes Zeug. Das ist meiner Meinung nach unverzichtbar. Genauso Massageöl, wenn die Babys Koliken haben, ist Gold wert.“ Seine Frau Anja schwört auf Nasensauger: „Nasensauger sind unbezahlbar. Sie haben uns so manchen Infekt erleichtert.“
„Mit unserer Tochter – unserem ersten Kind – sind wir lieber einmal häufiger zum Arzt gegangen als einmal zu wenig. Als wir die üblichen Krankheiten durch hatten, haben wir uns mehr und mehr auf unsere Erfahrungen verlassen“, sagt Maria Schneider. „Bei grippalen Infekten haben bei uns beispielsweise Thymian-Myrte-Balsam auf die Brust aufgetragen und darüber warme Bienenwachswickel gut geholfen. Engelswurzbalsam haben wir dünn auf die Nasenflügel gegeben, um die Nase schonend zu befreien. Für Kinder, die älter als ein Jahr sind, ist Zwiebelsaft ein tolles Hausmittel.“
Nicht nur bei Babys unter einem halben Jahr gilt es, den Allgemeinzustand deines Kindes immer gut zu beobachten. Sollte sich sein Zustand schnell verschlechtern, suche baldmöglichst einen Kinderarzt auf.
Viel Gesundheit wünscht euch das DRK-Elterncampus-Team.
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